HWS-Schleudertrauma
Das Schleudertrauma der Halswirbelsäule ist eine typische Verletzungsfolge bei Auffahrunfällen. Rechtlich wirft es vor allem Beweisfragen auf, weil objektivierbare strukturelle Schäden häufig fehlen und die Beschwerden auf den Angaben des Verletzten beruhen, sodass die Kausalität zwischen Unfall und Beschwerden oft strittig ist.
Die Rechtsprechung stützt sich auf medizinische Sachverständigengutachten, die den Verletzungsgrad nach anerkannten Klassifikationen einstufen und die Plausibilität anhand von Unfallmechanik, kollisionsbedingter Geschwindigkeitsänderung und zeitlichem Zusammenhang der Beschwerden beurteilen.
Eine starre Harmlosigkeitsgrenze, unterhalb derer eine Verletzung ausgeschlossen wäre, lehnt sie ab. Maßgeblich bleibt die Beurteilung im Einzelfall unter Berücksichtigung von Sitzposition, Kopfhaltung und Vorschäden.
Zugesprochen werden Schmerzengeld nach Schmerzperioden, Heilungskosten und bei anhaltenden Folgen Verdienstentgang. Wegen möglicher Spätfolgen empfiehlt sich ein Feststellungsbegehren.