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Recht & Verfahren

Digesten

Auch: Pandekten

Die Digesten, griechisch Pandekten, sind die 533 unter Kaiser Justinian veröffentlichte Sammlung von Auszügen aus den Schriften der klassischen römischen Juristen. Sie bilden gemeinsam mit den Institutionen, dem Codex und den Novellen jene Gesetzgebung, die seit dem 16. Jahrhundert als Corpus Iuris Civilis bezeichnet wird.

Zusammengestellt von einer Kommission unter Tribonian, fassen sie die Werke von Juristen wie Ulpian, Paulus und Papinian in fünfzig Büchern zusammen und wurden zugleich mit Gesetzeskraft ausgestattet.

Ihre historische Bedeutung liegt in der Rezeption: Ab dem 11. Jahrhundert wurden sie an den oberitalienischen Universitäten wiederentdeckt und bearbeitet, prägten über Glossatoren, Kommentatoren und später die Pandektenwissenschaft das gelehrte Recht Europas und beeinflussten die großen Kodifikationen des 19. Jahrhunderts.

Im ABGB und in der juristischen Begriffssprache sind sie bis heute präsent. Institute wie Ersitzung, Dienstbarkeit oder Bereicherungsrecht und zahlreiche lateinische Rechtssätze stammen aus dieser Tradition.