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Recht & Verfahren

Codex Theresianus

Der Codex Theresianus ist der unter Maria Theresia erarbeitete Entwurf eines einheitlichen bürgerlichen Gesetzbuchs für die österreichischen Erbländer, fertiggestellt in den 1760er-Jahren.

In Kraft trat er nie: Er galt als zu umfangreich, zu lehrbuchhaft und zu wenig an einer klaren Regelungssprache orientiert, weshalb die Herrscherin die Überarbeitung anordnete.

Seine Bedeutung liegt darin, dass er den Kodifikationsprozess in Gang setzte, der über weitere Stationen zum ABGB führte, nämlich über das Josephinische Gesetzbuch von 1786, das nur das Personenrecht erfasste, und das Westgalizische Gesetzbuch von 1797, das als Erprobungsfassung in einem Kronland in Geltung stand. Aus dieser Reihe ging 1811 das ABGB hervor, an dessen Redaktion Franz von Zeiller maßgeblich beteiligt war.

Der Codex Theresianus ist damit vor allem rechtshistorisch von Interesse: Er zeigt den Übergang vom zersplitterten Recht der Erbländer zu einer einheitlichen, naturrechtlich geprägten Kodifikation.