Code Napoléon
Der Code Napoléon ist die französische Zivilrechtskodifikation von 1804, ursprünglich und heute wieder Code civil genannt, die unter Napoleon Bonaparte in Kraft gesetzt wurde.
Sie fasste das zersplitterte Recht Frankreichs in einem einheitlichen Gesetzbuch zusammen und beruht auf den Leitgedanken der Französischen Revolution, also Gleichheit vor dem Gesetz, Eigentumsfreiheit, Vertragsfreiheit und Säkularisierung des Familienrechts. Aufgebaut ist sie in drei Bücher über Personen, Sachen sowie den Erwerb des Eigentums.
Ihre Wirkung reichte weit über Frankreich hinaus: Durch die napoleonische Expansion und spätere Rezeption prägte sie die Zivilrechtsordnungen zahlreicher Staaten in Europa, Lateinamerika und darüber hinaus.
Für Österreich ist sie vor allem als Vergleichsmaßstab bedeutsam. Das nur wenige Jahre später kundgemachte ABGB von 1811 verfolgt ein ähnliches Anliegen, ist aber stärker vom Naturrecht der Aufklärung und weniger von revolutionärer Programmatik geprägt und arbeitet mit knapperen, prinzipienhaften Formulierungen.