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Recht & Verfahren

Oracle

Ein Oracle ist im Zusammenhang mit Blockchain-Anwendungen eine Schnittstelle, die Daten aus der Außenwelt in ein Blockchain-System einspeist.

Notwendig ist das, weil eine Blockchain aus sich heraus keine externen Informationen kennt: Ein automatisiert ausgeführtes Programm, ein Smart Contract, das etwa an einen Wechselkurs, eine Wetterlage, ein Sportergebnis oder eine Lieferbestätigung anknüpfen soll, braucht eine vertrauenswürdige Quelle, die diese Tatsache übermittelt.

Daraus folgt das zentrale Problem, das häufig als Oracle-Problem bezeichnet wird: Die Verlässlichkeit der automatisierten Abwicklung hängt vollständig von der Richtigkeit der zugelieferten Daten ab, weshalb die technische Manipulationssicherheit der Kette allein nichts nützt.

Rechtlich stellen sich damit Fragen der Haftung des Datenlieferanten gegenüber den Vertragsparteien, der Beweiswürdigung solcher Daten im Streitfall sowie der vertraglichen Vorsorge für den Fall fehlerhafter Übermittlung. Ein eigener gesetzlicher Rahmen besteht dafür nicht, zu beurteilen ist nach allgemeinem Vertrags- und Schadenersatzrecht.