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Eventbericht20.02.20263 Min. Lesezeit

KI verstehen – Wie Jus-Studierende heute schon KI nutzen können - Eventnachbericht

Von LawFinder Redaktion · Von Juristen für Juristen

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Ein ausgebuchter Seminarraum, hochmotivierte Studierende und eine zentrale Frage unserer Zeit: Wie verändert Künstliche Intelligenz die juristische Ausbildung und was bedeutet das konkret für angehende Jurist:innen?

Mit der Auftaktveranstaltung „KI verstehen – Wie Jus-Studierende heute schon KI nutzen können“ ist am 17. Februar 2026 in der Kanzlei Benn-Ibler der Startschuss für eine neue Eventreihe zum Thema "AI Literacy" gefallen - in Kooperation mit LawFinder.

Das große Interesse zeigte sich auch organisatorisch: Die Veranstaltung war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht – leider konnten nicht alle teilnehmen, die sich angemeldet hatten.
Aufgrund der hohen Nachfrage hat LawFinder bereits Folgeveranstaltungen in Kooperation mit Benn-Ibler Rechtsanwälte und Cybly gesichert, sodass alle Interessierten die Möglichkeit erhalten werden, das Format in naher Zukunft zu erleben.

Rund 30 Teilnehmer:innen von der WU Wien, der Universität Wien, der Universität Graz sowie weiteren Organisationen aus ganz Österreich nutzten die Gelegenheit, sich fundiert mit Chancen und Grenzen des KI-Einsatzes im juristischen Kontext auseinanderzusetzen.


KI ist Statistik – nicht Magie

Stefan Eder (Rechtsanwalt und Partner der Wirtschaftskanzlei Benn-Ibler Rechtsanwälte GmbH) und Christian Sageder (CYBLY GmbH) führten durch einen Abend, der bewusst mit Mythen aufräumte und Klarheit schuf.

Die zentrale Botschaft:
KI sagt das nächste Wort voraus - nicht die Wahrheit.

Gerade für Jurist:innen ist dieses Verständnis essenziell. Denn wer mit KI arbeitet, muss ihre Funktionsweise, ihre Datenbasis und ihre Grenzen kennen. Nur strukturierte Daten ermöglichen verlässliche, automatisierte Workflows. Large Language Models sind keine Datenbanken – ihr Wissen ist nach dem Training „eingefroren“.

Für die Praxis bedeutet das: Erfolgreicher KI-Einsatz braucht mehr als ein leistungsfähiges Modell. Er braucht Struktur, Kontrolle und juristische Kompetenz.

Ein besonderes Highlight des Abends war die Präsentation des gemeinsam von Benn-Ibler und CYBLY entwickelten KI-Assistenten LEGALNETICS.

Wer LEGALNETICS selbst ausprobieren möchte, hat nun ebenfalls die Möglichkeit dazu. Der KI-Assistent kann eigenständig getestet werden und bietet einen praxisnahen Einstieg in KI-gestützte juristische Arbeitsweisen. Für eine Anmeldung schreibe gerne an info@cybly.tech.

Die studentische Mitarbeiterin Elisabeth Weichselbaum (Benn-Ibler) zeigte eindrucksvoll, wie KI Studierende konkret unterstützen kann:

  • Simulation von Prüfungssituationen

  • Strukturierung komplexer Fallkonstellationen

  • Unterstützung im Rechercheprozess

  • Entwicklung stringenter Argumentationslinien

Statt passiver Wissensaufnahme wurde KI als interaktiver Tutor erlebbar – als Werkzeug, das „Was-wäre-wenn“-Szenarien durchspielt und zum eigenständigen Denken anregt.

Gerade für Jus-Studierende eröffnet das neue Möglichkeiten: schnelleres Feedback, gezieltere Vorbereitung und ein besseres Verständnis juristischer Strukturen.

Wer diesen Praxiszugang weiter vertiefen möchte, kann dies beim ReMeP „Law As Code“-Hackathon 2026 tun. Dort arbeiten Studierende aus Jus, IT und Linguistik interdisziplinär an realen Fragestellungen rund um Transparenz, Verwaltungsdigitalisierung und automatisierte Verfahrensprüfung. Ziel ist es, juristisches Denken in strukturierte, digitale Prozesse zu übersetzen – ganz im Sinne von „Vom Wissen zum Können“.

KI-Kompetenz wird zur Schlüsselqualifikation

Ein wiederkehrendes Thema des Abends war die sogenannte AI Literacy.

KI-Kompetenz ist keine technische Spielerei, sondern eine berufliche Notwendigkeit. Wer künftig in Kanzleien, Unternehmen oder im öffentlichen Dienst tätig sein möchte, wird KI-gestützte Workflows nicht nur nutzen, sondern auch kritisch bewerten müssen.

Dabei geht es um:

  • Risikomanagement und ethische Leitplanken

  • Human-in-the-Loop-Konzepte

  • Transparenz und Kontrollmechanismen

  • Die intelligente Kombination aus Rechtsdaten, Technologie und Fachwissen

Die juristische Ausbildung steht damit vor einer strukturellen und kulturellen Transformation. Technologie und Rechtsdogmatik dürfen nicht getrennt gedacht werden.

Fazit: Qualität vor Hype

Der vielleicht wichtigste Impuls des Abends:

Erfolg in der Rechtspraxis entsteht nicht durch die Nutzung der „mächtigsten“ Modelle, sondern durch die kluge Integration von KI in bestehende Strukturen.

Strukturierte Rechtsdaten.
Kontrollierte Workflows.
Kompetente Jurist:innen, die KI als Werkzeug verstehen – nicht als Ersatz.

Genau hier setzt unsere Eventreihe an.


Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer:innen für die spannenden Fragen und die engagierte Diskussion.

Ebenso bedanken wir uns herzlich bei MMag. Dr. Eder, DI Sageder, Wickhoff-Vöhringer, BA, MSc und Elisabeth Weichselbaum für die erfolgreiche Zusammenarbeit und die gelungene Umsetzung dieses Abends.

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Nächster Termin: 18. März 2026, 18:30 Uhr

Wer die Zukunft der Rechtsbranche aktiv mitgestalten möchte, sollte sich frühzeitig einen Platz sichern. Die Plätze sind limitiert.

Aufgrund der großen Nachfrage wird die Teilnehmerzahl für die kommende Veranstaltung auf 25 Personen erhöht. Eine frühzeitige Registrierung wird dennoch empfohlen – sollte der Termin erneut ausgebucht sein, wird eine Warteliste eingerichtet und es sind kurzfristige Zusatztermine geplant.

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