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Sonntag, 15.12.2024

Gelegenheitsjobs zur Weihnachtszeit: Rechte und Tipps für eine faire Beschäftigung

Die Vorweihnachtszeit ist für viele eine ganz besondere Zeit – Lichterketten leuchten, der Duft von Zimt liegt in der Luft, und es herrscht reges Treiben auf den Adventmärkten. Gleichzeitig bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Gelegenheitsjobs: Sei es im Verkauf, in der Gastronomie oder auf den Weihnachtsmärkten selbst. Damit diese vorweihnachtlichen Tätigkeiten so fair wie festlich verlaufen, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Arbeitsrechte.

Wann liegt ein Arbeitsverhältnis vor?

Ein Gelegenheitsjob ist ein echtes Arbeitsverhältnis, wenn regelmäßig im Betrieb gearbeitet wird, klare Aufgaben nach Vorgaben übernommen werden und dafür eine Bezahlung erfolgt. Auch bei kurzen Einsätzen gelten dabei die gleichen rechtlichen Standards wie bei langfristigen Jobs.

Was ein Arbeitsverhältnis ausmacht:

  • Eingliederung in die Arbeitsabläufe eines Unternehmens

  • Arbeitszeit und -ort sind vorgegeben

  • Entlohnung ist garantiert

Wer unter diesen Bedingungen arbeitet, hat Anspruch auf alle gesetzlichen Schutzmaßnahmen – von geregelten Arbeitszeiten bis hin zu kollektivvertraglichen Mindestlöhnen.

Dienstzettel oder Vertrag: Was ist nötig?

Ein schriftlicher Arbeitsvertrag ist nicht zwingend erforderlich. Ein Dienstzettel, der die grundlegenden Bedingungen des Jobs festhält, ist jedoch ein wichtiger Nachweis. Darin sollten festgehalten werden:

  • Beginn und Dauer der Beschäftigung

  • Aufgabenbereich

  • Arbeitszeiten und Gehalt

Ein Dienstzettel sorgt für Klarheit und vermeidet Missverständnisse – auch in der oft hektischen Weihnachtszeit.

Arbeitszeiten und Pausen

Selbst bei Gelegenheitsjobs darf der Arbeitsalltag nicht zur Stressfalle werden. Deshalb gibt es gesetzliche Regelungen, die auch während der Weihnachtszeit gelten:

  • Maximal 12 Stunden pro Tag, höchstens 60 Stunden pro Woche

  • Mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen

  • Anspruch auf Wochenendruhe (meist Sonntag)

Neben den gesetzlichen Vorgaben bieten viele Kollektivverträge zusätzliche Vorteile, wie etwa Zuschläge für Überstunden oder Feiertagsarbeit. Ein Blick darauf kann sich lohnen!

Faire Bezahlung zur Weihnachtszeit

Auch wenn der Job nur vorübergehend ist: Die Entlohnung muss fair sein. Sie richtet sich nach dem Kollektivvertrag der jeweiligen Branche. Eine Bezahlung unter diesem Mindestlohn ist unzulässig. Wer unsicher ist, wie viel bezahlt werden sollte, kann den Kollektivvertrag prüfen oder sich bei der Arbeiterkammer informieren.

Tipps für einen gelungenen Nebenjob

Damit der Gelegenheitsjob in der Weihnachtszeit stressfrei und fair abläuft, helfen diese kleinen Vorsichtsmaßnahmen:

  1. Einen Dienstzettel oder schriftlichen Vertrag einfordern, um die Arbeitsbedingungen zu klären.

  2. Geleistete Stunden selbst dokumentieren, um sicherzustellen, dass alles korrekt abgerechnet wird.

  3. Sich vorab über den Kollektivvertrag informieren, um den passenden Mindestlohn zu kennen.

Fazit: Festliche Stimmung – auch im Job!

Ein Weihnachtsjob kann nicht nur das Budget aufbessern, sondern auch Teil der festlichen Stimmung sein. Mit klaren Vereinbarungen und dem Wissen um die eigenen Rechte steht einem gelungenen Job in der schönsten Zeit des Jahres nichts im Weg. So bleibt genügend Raum, die Vorweihnachtszeit zu genießen – ob auf dem Adventmarkt oder bei einer heißen Tasse Punsch nach der Arbeit.

Eva-Maria Meidl
Eva-Maria Meidl
Eva-Maria Meidl ist Juristin & Mediatorin, Influencerin, Podcasterin, Autorin und Mutter mit Herz und Verstand. Im Rahmen von Gastbeiträgen berichtet Sie regelmäßig rund um das Thema Familienrecht, Kinderrechte und aktuelle rechtliche Themen.